Wechselwirkung von Mykorrhiza, Knöllchenbakterien und Trichoderma harzianum

Einige Baumpfleger befürchten, dass Trichoderma-Arten, die als Pflanzenstärkungs-oder Düngemittel eingesetzt werden, möglicherweise, wichtige Mykorrhiza-Partner des Baumes verdrängen.

Im Rahmen seiner Masterarbeit an der Albert-Ludwigs-Universität hat Timo Vogel die Auswirkungen einer Behandlung des Pflanzsubstrates mit Trichoderma harzianum T-720 auf die verschiedenen Mykorrhiza-Partner (Quercus robur, Tilia cordata) und Wurzelknöllchen (Robinia pseudoacacia) der Versuchsbäume untersucht.

Zu diesem Zweck wurden Versuchsbäume vor der Pflanzung in einem Stadtbaumsubstrat mit Trichoderma harzianum T-720 inokuliert. Als Kontrolle dienten unbehandelte Bäume. Bei der Pflanzung wurden den Versuchsbäumen Feinwurzelproben für die Bestimmung der Mykorrhiza-Partner entnommen. Mit den Feinwurzelproben wurden histologische Präparate hergestellt und molekular-genetische Untersuchungen durchgeführt. Während des 19-wöchigen Versuchszeitraums wurden bei den Versuchsbäumen monatliche Zuwachsmessungen durchgeführt. Nach dem Ende der Versuchslaufzeit wurde der Kontroll- sowie der Trichoderma-Gruppe erneut Feinwurzelproben zur Bestimmung der Mykorrhiza-Partner entnommen. Mit den Feinwurzelproben wurden histologische Präparate hergestellt und molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt. Die Studien zeigten, dass die Inokulation des Pflanzsubstrates mit Trichoderma harzianum T-720 keine negative Auswirkung auf die Intensität der Mykorrhizierung bei Quercus robur und Tilia cordata hatte (Titelbild).

Bei den Versuchsbäumen von Robinia pseudoacacia wurde anhand  molekulargenetische Untersuchung das Bakterium Mesorhizobium nachgewiesen. Die Inokulation des Pflanzsubstrates von Robinia pseudoacacia mit Trichoderma harzianum T-720 hatte eine positive Auswirkung auf die Häufigkeit der Wurzelknöllchen. Nach dem Ende der Versuchslaufzeit konnte ein Unterschied in der Häufigkeit der Wurzelknöllchen zwischen der Kontroll- und Trichoderma-Gruppe festgestellt werden. Die Wurzeln der Versuchsbäume der Trichoderma-Gruppe wiesen bei der optischen Kontrolle auf Wurzelknöllchen eine Vielzahl von mehr und auch größeren Wurzelknöllchen auf (Bild 1 und 2).

1) Der Pfeil zeigt auf die Rhizobien an der Wurzel von der Robinia pseudoacacia

Rhizobien der Robinia pseudoacacia ohne Trichoderma

2) Der Pfeil zeigt auf die Rhizobien an den Wurzeln von der Robinia pseudoacacia mit Trichoderma

Robinia pseudoacacia mit Trichoderma