Stress von Stadtbäumen mit Trichoderma harzianum reduzieren

Einsatz von Trichoderma-Arten für die biologische Kontrolle von holzzersetzenden Pilzen an Bäumen

Stadt- und Parkbäume leiden immer mehr unter Oberbodenverdichtung, Humus-Armut und einem grobskelettreichen Gemisch aus Bauschutt, Schotter, Lehm und Sand, wobei in Stadtgebieten kalkreiche Substrate vorherrschen. Die Folge ist eine starke Verminderung der mikrobiellen Aktivität im Boden von Stadtbäumen.

Dies hat unerwünschte Nebenwirkungen auf Nichtzielorganismen, darunter viele Antagonisten (natürliche Gegenspieler), da sich die Balance zwischen Schaderregern und Antagonisten zu Ungunsten letzterer verschiebt. Der daraus resultierende hohe Infektionsdruck verstärkt dann die Resistenzbildung der Schaderreger. Jede Verletzung von Bäumen – sei es durch Schnitt, Astbruch oder durch Anfahrschäden – ist eine potenzielle Eintrittspforte für holzzersetzende Pilze.

Die Selbstregulation der Bodenökosysteme ist immer stärker herabgesetzt.

MycoSolutions testete das antagonistische Potenzial der Trichoderma-Arten gegen wichtige holzzersetzende Pilze in verschiedenen in vitro-Versuchen zu testen. Für diesen Zweck wurden die Wirkungsmechanismen von Trichoderma Arten studiert und in Labor- und Feldversuchen ein geeigneter Trichoderma-Stamm selektiert. Im ersten Schritt werden in Dual-Kulturtests auf künstlichen Nährmedien und im Holz die Wirksamkeit von Trichoderma-Arten gegenüber holzzersetzenden Pilzen untersucht.

Wertvolle Nebeneffekte von Trichoderma harzianum

Trichoderma harzianum regt zudem das Wurzelwachstum an und erleichtert auf diese Weise die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser. Dadurch leistet Trichoderma, bei frühzeitiger Anwendung, auch einen Beitrag zu vermindertem Trockenstress bei Bäumen.

Einstreichen einer Schnittwunde

Applikation von Trichoderma atroviride T-15603.1 auf frische B: Die Sporensuspension C mit Natriumpolyacrylat als Schnittflächen. A: Die Sporensuspensionen A und B wurden auf die Astflächen aufgesprüht. Trägersubstanz wurde mit Hilfe eines Pinsels verteilt.

Der Focus der Felduntersuchungen lag hierbei zum einen auf einer Formulierung und Applizierung eines Verfahrens, das den Antagonisten optimal auf dem Substrat etabliert und zum anderen auf einer exakten Bonitierung der Persistenz und des Wirkungsgrades unter Praxisbedingungen. Der Antagonist wurde mit Hilfe unterschiedlicher Suspensionen und Verfahren auf Schnittflächen appliziert. Folgende Sporensuspensionen wurden angewendet:

  • A: Suspension [CFU: 106 Sporen/ml]
  • B: Suspension [CFU: 106 Sporen/ml +0,2% Glucose + 0,1 % Harnstoff]
  • C: Suspension [CFU: 106 Sporen/ml + 0,2% Glucose + 0,1 % Harnstoff + 0,4 % Luquasorb® (Natriumpolyacrylat)]
  • K: Kontrolle – keine Behandlung

Insgesamt wurden 196 Bäume und 1764 Schnittwunden behandelt.

Schematische Darstellung der Probenentnahme: Zur Bonitierung der Holzverfärbungen wurde parallel zur Schnittfläche die längste Ausdehnung in axialer Richtung bestimmt.

An Wunden die mit T-15603.1 behandelt wurde, konnte eine signifikant geringere Holzverfärbung nachgewiesen werden.

Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform dargestellt: Die Trichoderma-Arten liessen in den in vitro-Versuchen ein hohes antagonistisches Potenzial gegen holzzersetzende Pilze erkennen. Vor allem das Verfahren C mit dem feuchtigkeitsspeichernden Gel als Trägersubstanz war in der Lage, den Antagonisten auf dem Substrat zufrieden stellend zu etablieren. Das Ausmass der Holzverfärbung an Wunden wurde durch eine Behandlung mit T-15603.1 signifikant reduziert. T-15603.1 erzielte in den künstlichen Inokulationsversuchen einen hochsignifikanten protektiven Wirkungsgrad gegen die holzzersetzenden Pilzen Inonotus hispidus und Ganoderma adspersum sowie einen signifikanten gegen Polyporus squamosus.

Re-Isolationsergebnisse von Trichoderma atroviride am Standort Ludwigshafen (BASF). Die gute Persistenz von T-15603.1 in der Variante C ist gut erkennbar.

Signifikante Reduzierung der Infektionsrate von holzzersetzenden Pilzen durch die Beimpfung imit Trichoderma atroviride

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