Nützlingspilz Trichoderma harzianum im Winter

Trichoderma harzianum ist Rhizosphären-kompetent. Damit ist gemeint, dass der nützliche Pilz Wurzeln eines Baumes schon besiedeln kann, während sich diese noch entwickeln. Die Rhizosphäre ist der unmittelbar durch eine lebende Wurzel beeinflusste Raum im Boden. Aus bodenökologischer Sicht ist er von besonderem Interesse, da hier Boden, Pflanzen und Lebewesen – insbesondere Mikroorganismen – miteinander intensiv interagieren.

Abbildung: Harman et al. 2004

Kolonien von Trichoderma harzianum wachsen verhältnismässig schnell. Bei, für den nützlichen Pilz, idealen Temperaturen von 20-25 Grad kann dieser schon mal 4-10 Zentimeter innerhalb weniger Tage wachsen. Er kommt dabei gerne in den oberen 20-30 cm im Boden und in der Streuschicht vor, wo er genügend Nahrung in Form von abgestorbenen Pflanzenteilen, Absonderungen von Wurzeln und etwaige Schadpilze sowie Licht vorfindet.

Schnelles Wachstum von Trichoderma harzianum

Ohne Licht wachsen die weisslichen Pilzfäden (Hyphen), ohne Sporen auszubilden. Unter Lichteinwirkung produziert der Pilzstamm Sporen. Die Hyphen sind separiert und durchsichtig und bilden in der Gesamtheit gesehen das Myzel. An den Konidiophoren – den Sporenträgern – sitzen flaschenförmige Phialiden in denen die grün-pigmentierten Sporen (auch Konidien genannt) gebildet werden.

Je kühler die Temperaturen werden, umso inaktiver wird der Nützling. Unter 12 °C Bodentemperatur verfällt Trichoderma harzianum in eine Art Winterschlaf. Sobald es wieder wärmer wird, steigt die Aktivität und das Wachstum in Kombination mit den vorhandenen Nährstoffen und der gegebenen Feuchtigkeit.