Neues, umweltfreundliches Trichoderma-Produkt für den Schutz von Holzmasten

Das für viele Telekom- und Elektrizitätsunternehmen leidige Problem der kupfertoleranten holzzersetzenden Pilze an Holzmasten könnte bald der Vergangenheit angehören. Wir forschen gemeinsam mit der Industrie an einer neuen, umweltfreundlichen Lösung, um die Standdauer von Holzmasten zu erhöhen.

Biologische Schadpilzkontrolle mit Mikroorganismen

Das Produkt Avengelus BASIC von MycoSolutions bietet die optimale Kombination aus nachhaltigem und biologischem Holzschutz: Der nützliche Bodenpilz Trichoderma harzianum kann Holzmasten durch Parasitismus vor holzzersetzenden Pilzen schützen. Die Mikroorganismen befallen den Schädlingspilz, knacken dessen Zellwände und vernichten ihn. Somit ist ausgeschlossen, dass die Schädlingspilze Resistenzen bilden können.

Für die Herstellung im Schweizer Labor wird eine einheimische Pilzart verwendet. Damit kann gewährleistet werden, dass der eingesetzte Nützling an die hiesigen Umweltbedingungen angepasst ist.

Einfache, kostengünstige Anwendung

Das Granulat wird präventiv beim Ersatz eines Holzmastens mit dem ausgehobenen Erdmaterial vermengt und in die ersten 20-30 Zentimeter des Erdreichs mit eingebracht. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 40-80 Franken (je nach Durchmesser des Holzmastens). Renommierte Kunden, wie die Swisscom und das Regionalwerk Bodensee in Tettnang, Deutschland, nehmen am erweiterten Feldtest teil.

Aktuelle Forschung: Impfpaste zur biologischen Kontrolle von Innenholzfäule-Erregern

In einem weiteren gemeinsamen KTI/Innosuisse Projekt mit Impregna forscht die Empa in St. Gallen auch an einer Impfpaste, die in Holzmasten mit Pilzfrühbefall eingebracht und das Wachstum von Schädlingspilzen stoppen soll. Dafür werden Mastenabschnitte aus der ganzen Schweiz auf ihre Innenfäule-Erreger hin untersucht. In anschliessenden Tests wird im Labor sowie im Feld Trichoderma gegen all diese Innenfäule-Erreger als biologische Kontrolle getestet. Das bewährte Impfstich-Gerät wird überarbeitet und den neuen Bedürfnissen angepasst. Die ersten Ergebnisse über die Wirksamkeit der Impfpaste sind im Jahr 2019 zu erwarten.