Studie bestätigt Wirksamkeit von Trichoderma gegen Verticillium (Welkekrankheit)

Der bodenbürtige Pilz Verticillium ist ein häufiger Schadpilz im Gartenbau. Besonders in der Baumschulproduktion verursacht er viele Ausfälle an zahlreichen Zier- und Obstgehölzen. Viele Flächen sind hochgradig verseucht. Ein effizientes, umweltschonendes, nachhaltiges, nicht chemisches Bekämpfungskonzept ist gefragt. Bio Control Agenten wie Trichoderma zeigen hier vielversprechendes Potential, Verticillium Probleme dauerhaft in den Griff zu bekommen und Ausfälle zu reduzieren.

Die häufigsten für Pflanzen schädlichen Verticillium Arten sind Verticillium albo-atrum und Verticillium dahliae. Letzere Arte verursacht die Welkekrankheit. Der Schadpilz verstopft die Leitbahnen der Pflanze und sie zeigt Welkeerscheinungen trotz ausreichender Wasserversorgung.

Bei vielen Kulturen kann Verticillium vorhanden sein, ohne eindeutige Symptome. Zudem kann der Boden, somit auch die Kulturen, nur partiell befallen sein.

Verticillium dahliae überdauert bis zu 10 Jahre im Boden

Das tückische an Verticillium dahliae – diese Art überdauert viele Jahre (10-14 Jahre) im Boden. Der Pilz entwickeln bei ungünstigem Lebensumfeld (Trockenheit, hohe oder niedrige Temperaturen) Mikrosklerotien (kleine, harte Überlebensstrukturen). Auch in Form von Hyphen bzw. Myzel verbleibt der Schadpilz im Boden. Der Pilz dringt über die Wurzeln in die Pflanze ein. Wunden (mechanisch oder durch Schädlinge verursacht) sind bevorzugte Eintrittspforten. Er wächst in die Gefässe der Pflanze und generiert dort Sporen, die über die Leitbahnen in die oberen Pflanzenteile gelangen. Die Xylemgefässe verstopfen und die Pflanze verwelkt. Sporen werden auch via Wind auf neue Wirte übertragen. Bei älterem Pflanzengewebe bilden sich auch gerne Ruhemyzel oder Mikrosklerotien. Dennoch, die Ausbreitung durch Myzelwachstum ist begrenzt. Die Verbreitung erfolgt über Wasser, Bodenpartikel, Werkzeuge etc.

Optimale Wachstumstemperaturen liegen bei V. albo-atrum bei 21 °C.  V. dahliae bevorzugt 25-27 °C. (Letztere Temperaturen sind auch für Trichoderma ideal.)

Eine in Andalusien an Olivenbäumen durchgeführte Studie belegt die Wirksamkeit von Trichoderma zur Biokontrolle von Verticillium.

Ergebnisse der Studie im Kurzüberblick:

  • Alle untersuchten asperellum Stämme konnten in Dual-Kulturtests V. dahlia überwachsen und die Koloniegrösse reduzieren. Dabei gab es keinen Unterschied in der Effizienz gegen V. dahlia zwischen den verschiedenen Trichoderma asperellum Stämmen.
  • Die verschiedenen Stämme zeigten unterschiedlich hohe Besiedelung der Wurzeln von Olivenbäumen.
  • Keine Symptome zeigten sich in nicht-inokulierten Pflanzen und Pflanzen welche mit den zwei Trichoderma-Stämmen behandelt wurden (Pflanzen die nicht mit Verticillium in Kontakt gebracht wurden). Symptome der Verticilliumwelke traten in Erscheinung bei Pflanzen, welche nur mit Verticillium inokuliert wurden, oder aber zuerst mit den T-Stämmen Bt3 und T25 behandelt und anschliessend mit dem Pathogen beimpft wurden. Symptome in der unbehandelten Kontrolle wurden 29.5 Tage nach der Transplantation zu einer Verticillium-infizierten Bodenmischung und an der Pflanze sichtbar und eine Behandlung mit Trichoderma-Stämmen Bt3 oder T25 verlängerte die Inkubationszeit um 7-8 Tage signifikant.
  • Nach Abschluss des Versuches, 10 Wochen nach der Inokulierung mit Verticillium, wiesen 92.5% der nicht-Trichoderma-behandelten Pflanzen gemittelte Symptome von einer Intensität von 3.3, auf einer Skala von 0-4, auf. Eine Behandlung mit den Trichoderma-Stämmen hatte keinen signifikanten Effekt auf die Krankheitshäufigkeit/vorkommen ABER reduzierte die mittlere Schwere der Symptome und unterdrückte die SAUDPC (Standardised area under disease-progress curve) um 43-48%, signifikant.
  • Eine Infektion mit Verticillium reduzierte das Längenwachstum der Bäume von 51-69%. Der Stamm T25 konnte sogar bei Verticillium-infizierten (83% (Trichoderma trocken) und 141% (Trichoderma gegossen)) sowie den Kontrollpflanzen (ohne Verticillium, 126% (Trichoderma mit dem Substrat trocken vermischt) und 25% (Trichoderma gegossen)) ein erhöhtes Längenwachstum verzeichnen.

Fazit der Studie:

  • Ergebnisse dieser Versuchsreihen zeigten, dass das Myzelwachstum von Verticillium durch Trichoderma  asperellum reduziert werden konnte. Die Reduktionsstärke war dabei abhängig von dem verwendeten Trichoderma-Stamm.
  • Die Ergebnisse zeigten ebenfalls, dass durch eine vorherige Wurzelkolonisierung durch Trichoderma die Entwicklung von Verticillium unterdrückt werden kann. Dieses Potential erlaubte nicht die Reduktion der Häufigkeit/Vorkommen der Krankheit, aber führte zu einer Verzögerung des Krankheitsauftretens zusammen mit einer Reduktion der Symptom-stärke sowie dem Umfang des Krankheitsausbruches.
  • Die Infizierung des Erdsubstrats mit Trichoderma erzielte höhere Wurzelkolonisierung als das Giessen einer Trichoderma-Sporenlösung auf den Boden.
  • Das gesteigerte Wachstum, verursacht durch Trichoderma, könnte auf eine erhöhte Kolonisierung der Wurzeln und der Produktion und Weitergabe von Auxinen, durch Trichoderma produziert, zurückzuführen sein.

Empfehlung einer Verticillium Behandlung mit Trichoderma

MycoSolutions empfiehlt zur Behandlung von Verticillium im Boden eine Bodenaufbereitung mit Avengelus Granulat (10 ml pro m²) und Pflanzenkohle (Pflanzenkohle unterstützt durch die Funktion als Wasserspeicher Trichoderma und schützt vor Auswaschung). Bei bereits bestehenden Pflanzreihen ist das Ausstreuen von Avengelus Granulat (10 ml pro m²) vor oder während Regenfall zielführend, um die Trichoderma Sporen in den Boden zu dem Schadpilz und zu den Wurzeln der Pflanze zu spülen. Ein jährliches, oberflächliches Ausbringen von gemahlener Pflanzenkohle (sickert über den Zeitverlauf in Boden ein) kann für das längere Aufrechterhalten der Trichoderma Population ebenfalls von Vorteil sein.

Die Häufigkeit der Ausbringung ist von den Umweltbedingungen abhängig. Findet Trichoderma ausreichend Nahrung (Schadpilze, totes organisches Material) und Feuchtigkeit vor, kann eine Ausbringung seltener erfolgen, als bei wenig Feuchtigkeit. Grundsätzlich empfehlen wir die Ausbringung alle 30-60 Tage ab einer Temperatur von 8 °C.

Bodenaufbereitung mit Trichoderma beugt Verticillium Welke vor