Behandlung einer Birke mit Hallimasch Befall im Boden

Vor ca. 2 Jahren wurden bereits erste Fruchtkörper in der Wiese in ca. 5 m Abstand zum Stammfuss zur ca. 80 Jahre alten Birke entdeckt. Der Besitzer hat bereits andere Gehölze auf Grund von Hallimasch Befall fällen müssen. Nun möchte er bei der Birke mit einer Trichoderma Behandlung dem Hallimasch Befall entgegen steuern.

Hallimasch bringt vielen Bäumen den Tod

Hallimasch-Arten (Armillaria spp.) sind weltweit die häufigsten Schadorganismen an Bäumen. In Mitteleuropa gibt es acht verschiedene Arten, die sich betreffend Verbreitung, Wirtspflanze und Aggressivität unterscheiden. Für Bäume in unseren Breitengraden am häufigsten und damit am gefährlichsten sind der Honiggelbe (Armillaria mellea) und der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae). Der Hallimasch kann sich jahrelang ausbreiten und das Holz zersetzen ohne das der Baum unmittelbare und sichtbare Reaktionen zeigt. Hinweise auf Hallimasch Befall liefern die Fruchtkörper – Hutpilze – die sich meist in Form von Gruppen von September bis November im Rasen oder an der Stammbasis des Baumes zeigen. Ist ein Baum befallen, stirbt er durch die verursachte Weissfäule, die Hallimasch auslöst, meist innert mehrerer Jahre ab.

Bevorzugte Eintrittspforten für Hallimasch sind Verletzungen von Wurzeln oder generell geschwächte Bäume (z.B. gestresst durch Trockenheit oder Nährstoffmangel). Der Pilz kann jedoch auch mit seinen feinen Rhizomorphen (wurzelstrang-ähnliche Pilzfäden) durch die Wurzelrinde in den gesunden Baum eindringen und diesen infizieren. Er wird dann zum Kambiumkiller. Das heisst er tötet das teilungsfähige Gewebe zwischen Rinde und Holz. Der Hallimasch kann sich über Wurzelkontakte auch weiter, zu anderen Gehölzen, ausbreiten.

Monitoring Hallimasch mithilfe von Holzstakes

Um den Behandlungserfolg mit Trichoderma im Boden messen zu können, werden Monitoring Stakes (25 x 2 x 2 cm) mit fortlaufender Nummerierung  aus Buchenholz in den Boden eingebracht.

Die Stakes werden dort eingebracht, wo Fruchtkörper beobachtet wurden und in Zonen, wo es bei Befall für den Baum kritisch werden würde (der Behandlungserfolg ist am grössten, je früher mit einer Behandlung begonnen wird).

Die Stakes werden komplett in den Boden eingeschlagen (evtl. mit einem Locheisen vorstechen, dieses nur in zwei Richtungen bewegen, damit der Stake hinterher definitiv an zwei Seiten im Boden Berührung mit der Erde hat).

Für die bessere Auffindbarkeit wird eine farbliche Markierung der Stakes oder ein Lageplan mit Einmessung der Stakes (z. B. alle 2 m, ausgerichtet auf markante Umgebungspunkte) empfohlen.

Ein Jahr nach Einbringung werden die Stakes zur Kontrolle gezogen und anhand einer Tabelle der Zersetzungsgrad (0 = intakt, keine Holzzersetzung, 4 = sehr starke Holzzersetzung) bestimmt. Je nach Ergebnis wird der Stake wieder in die selbe Stelle eingebracht und in den weiteren Jahren immer wieder kontrolliert.

Im Anfangsstadium eines Hallimasch-Befalls kommt es zum verminderten Triebwachstum und Kleinblättrigkeit. Bei Nadelbäumen zeigt sich ein Befall später durch Verfärbungen der Nadeln des jüngsten Nadelgangs. Bei Laub- und Nadelbäumen kommt es zu vorzeitigem Laub-/Nadelfall und Vergilbung der Blätter respektive Nadeln. Je nach Vitalität des Baumes, der Baumart und dem Ausmass der Aggressivität des Hallimasch Typus, schreitet der Holzabbau rascher oder langsamer voran. Die verursachte Weissfäule stellt eine Gefahr für die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes dar.

Bio Control Potential von Trichoderma im Anfangsstadium von Hallimaschbefall

Die kleine Gruppe von Hallimasch-Fruchtkörpern ist seit zwei Jahren mehrere Meter vom Stammfuss entfernt zu beobachten. In der unmittelbaren Nähe der Stammbasis wurden noch keine gesichtet. Mithilfe von Monitoring Stakes aus Buchenholz, kann der Befall im Boden an verschiedenen Punkten (Stakes am besten einmessen und in einen Plan einzeichnen) regelmässig (Empfehlung 1 x jährlich) gemessen werden. Anhand der Zersetzungsgrade (von keinem, bis starkem Zersetzungsgrad), wird ersichtlich, wo und wie stark sich der Schadpilz ausgebreitet hat.

Um den Befall von Hallimasch einzudämmen und zu kontrollieren, kann Trichoderma atrobrunneum einen wesentlichen Beitrag leisten. Dank der Ausscheidung von Enzymen, löst der Nützlingspilz die Zellwände der Hyphen des Schadpilzes auf und ernährt sich vom Zellinhalt. Dieser Vorgang nennt sich Mykoparasitismus. Zudem wächst Trichoderma atrobrunneum schneller im Vergleich zum Hallimasch und neben der Parasitierung nimmt er diesem Raum und Nahrung. Über den Zeitverlauf wird der Befall von Hallimasch eingedämmt und der Infektionsdruck sinkt. Damit kann sich der Baum, in diesem Fall die Birke, wieder erholen.

Hallimasch Befall im Anfangsstadium

Ausbringen von Maisgranulat mit Trichoderma Sporen 1×108 KBE/ml mehrmals jährlich über mehrere Jahre

Anwendungsvideo Avengelus Granulat und Monitoring Stakes