Behandlung von Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) mit Trichoderma Sporenlösung

Trichoderma spp. sind vor allem bekannt durch ihre Fähigkeiten zellwandzersetzende Enzyme abzusondern und so Schadpilze parasitieren zu können. Das Wachstum von Trichoderma im Vergleich zu Schadpilzen ist sehr schnell und macht Trichoderma dadurch hoch wettbewerbsfähig in Bezug auf Raum und Nahrung, so dass Pathogene stark dezimiert werden können. Bekannt als Bodenpilz, beweisen viele Studien auch die Wirkung auf Oberflächen wie Blätter und Stamm. Trichoderma spp. nehmen weltweit eine immer bedeutendere Rolle als Bio-Control Agent ein und ersetzen immer mehr umwelt- und gesundheitsschädliche Fungizide auf chemischer Basis.

Im Folgenden wird ein Beispiel einer mit Brandkrustenpilz befallenen Buche gezeigt. Der Brandkrustenpilz entwickelt sich von März bis Mai. Die Fruchtkörper im Frühjahr sind weiss berandet und mit mehlartigem, weisslich grauen Sporenstaub bedeckt. Im Sommer verwandeln sich die Fruchtkörper zu schwarzen, kohleartigen eingesenkten Formen mit brüchiger Kruste.

Brandkrustenpilze werden wegen der unscheinbaren Fruchtkörper und dem Vorkommen am Stammfuss gerne, insbesondere im Anfangsstadium, übersehen. Dieser holzzersetzende Pilz kann die Bruchsicherheit der befallenen Bäume je nach Vitalität und Abwehrfähigkeit des Baumes (gute Abschotter: Buche, Linde, Ahorn, Platane, Hainbuche, Eiche und schlechte Abschotter: Rosskastanie, Pappel, Esche, Birke) unterschiedlich stark reduzieren. Der Pilz besiedelt den Baum meist über Verletzungen an der Wurzel oder an der Stammbasis. Dort verursacht er eine Moderfäule im Holz. Bei längerer Erkrankungsdauer kann der Pilz auch höher am Stamm (z. B. Vergabelungen) vorkommen.

Die in diesem Beispiel behandelte Buche ist seit ca. 8 Jahren befallen. Erst vor zwei Jahren fiel es dem Besitzer auf und kontaktierte einen Baumpfleger, der mit der Behandlung von Trichoderma sogleich startete. Im 3. Jahr der Behandlung zeigen sich keine neuen Fruchtkörper mehr, bzw. keine Ausweitungen und die brüchige Kruste löst sich vom Stamm.

Die Entwicklung des Brandkrustenpilzes ist betreffend Reduzierung der Stabilität durchaus messbar. Bei dieser Buche verlaufen die jährlichen Zugversuche positiv. Zusätzlich zu den Zugversuchen soll mittels Schalltomograph die innere Zersetzung des Holzes erfasst werden. Der Baum kann mit Holzzuwachs an den statisch relevanten Bereichen im unteren Stammbereich kompensieren. Die Vitalitätseinbussen sind für den Besitzer akzeptabel und er möchte die alte Buche in seinem Parkgarten so lange wie möglich erhalten. Zu den Vitalitätseinbussen gehört das kleiner und lichter werden der Baumkrone, welche jedoch die Belastung auf den Stamm verringert.

Jährliche Behandlung mit Trichoderma atrobrunneum (vormals harzianum) 1×108 KBE/ml:

  • Besprühen des Fruchtkörpers mit Flüssiglösung (30-100 ml Sporenlösung mit 1 L Wasser verdünnt) bei trockenen Witterungsbedingungen unter 30 °C, mehrmals im Jahr
  • Begiessen der Wurzeln im Bereich der Kronenschirmfläche mit Wasser-Sporenlösung (2-10 ml pro L Wasser, 1 L Wasser auf 1 m²), mehrmals jährlich bei feuchten Bodenverhältnissen

Aufsprühen der Sporenlösung verdünnt mit Wasser direkt auf den Fruchtkörper (Dosierempfehlung 30-100 ml auf 1 L Wasser, Ausbringung mehrfach jährlich bei trockenen Bedingungen unter 30 °C)

Wässern der Sporenlösung verdünnt mit Wasser (2-10 ml auf 1 L Wasser, 1 L auf 1 m²), mehrmals jährlich bei feuchten Bodenbedingungen