Pilzen im Garten und Rasen vorbeugen und behandeln

Trichoderma, als Pflanzen stärkender Nützlingspilz, ist bekannt dafür, dass er generell Pflanzen und Bäumen zu einer höheren Stresstoleranz verhilft, sie vitaler macht und vor allem Pilzerkrankungen vorbeugt.

Wer kennt sie nicht, lästige Pilzerkrankungen wie Mehltau, Rost, Schwarzflecken etc. an diversen Pflanzen oder Schneeschimmel, Hallimasch, Fusarium etc. im Rasen. Bei den meisten Pilzinfektionen ist eine Behandlung nur im Anfangsstadium oder präventiv wirklich erfolgreich.

Tipps zum Minimieren von Schadpilzbefall

Treten Schaderreger an Pflanzen auf, sollten die befallenen Blätter und Pflanzenteile nach Möglichkeit sofort entfernt und vernichtet werden. Dazu gehört auch das von der Pflanze bereits abgeworfene Laub, damit keine Wintersporen in den Boden gelangen. Die befallenen Pflanzenteile sollte man nicht auf den Kompost werfen. Denn dort können die Pilzsporen überdauern. Wird die Komposterde dann wieder im Garten verteilt, werden die Pilzsporen ebenfalls wieder ausgebreitet und können erneut Pflanzen befallen. Insbesondere durch vorbeugende Kultur- und Pflegemassnahmen kann das Infektionsrisiko und der Befallsdruck auf die Pflanzen minimiert werden.

Vorbeugende Kulturmassnahmen

In Sachen Kulturmassnahme spielt der geeignete Pflanzabstand und die damit verknüpfte Durchlüftung der Beete eine wichtige Rolle. Je besser die Luft zirkulieren kann, desto schneller können Pflanzen nach einem Regenguss trocknen. Eine trockene Umgebung auf den Blättern dämmt den Pilzbefall und die Ausbreitung am besten ein. Auch eine Überdüngung, vor allem mit Stickstoff sollte man vermeiden, da dieser Pflanzengewebe bei zu schnellem Wachstum weicher macht und damit anfällig für Infektionen. Die Pflanze bildet bei Überdüngung oder einseitiger Düngung mit Stickstoff zu viele Aminosäuren und Eiweisse und hat dann nicht mehr ausreichend Kraft für die Bildung von Festigungsgewebe. Kaliumbetonte Düngung hingegen festigt die Pflanzenzellen.

Vorbeugende Pflegemassnahme mit Trichoderma

Trichoderma harzianum ist ein Nützlingspilz, der mit der Pflanze eine symbiotische Beziehung eingeht. Er wächst zwischen die ersten beiden Zellschichten der Wirtswurzel und regt dort die Produktion von Botenstoffen wie Salicylsäure an. Abkömmlinge der Salicylsäure spielen eine zentrale Rolle im Abwehrsystem, wenn es um das Abwehren von Schadpilzen geht. Auch die Bildung von Jasmonsäure wird angeregt – diese ist im Zusammenspiel mit Salicylsäure ebenfalls von hoher Bedeutung bei Abwehrreaktionen von Pflanzen gegenüber Schädlingen. Die Bildung von Phytoalexinen (eine Art Antikörper) wird so gesamthaft angeregt und ermöglicht eine Begrenzung des Befalls.

Wirkungsweise von Trichoderma

Trichoderma hält sich vorzugsweise in den ersten 20-30 cm des Bodens auf, präimmunisiert die Pflanze gegenüber Schadpilzbefall und ernährt sich von totem organischen Material und/oder Hyphen von Schadpilzen. Die Zellwände der gegnerischen Hyphen werden von Trichoderma mithilfe von Enzymen aufgelöst und der Inhalt als Nahrung genutzt. Trichoderma kann auch in Form einer Sporensuspension angewendet werden. Je nach Witterungsverhältnissen ist das Behandeln in niederschlagsfreien Perioden ratsam, da es ansonsten die Sporen von den Oberflächen spült. Trichoderma überlebt, je nach Feuchtigkeit und Nährstoffgrundlage und dank der schnellen Reproduktionszyklen auch über der Erdoberfläche und wirkt auch auf oberirdischen Pflanzenteilen vorbeugend.

Stabile Population aufrechterhalten

Grundsätzlich gilt bei Trichoderma: Besser kleinere Mengen oft anwenden, als eine grosse Menge auf einmal. Damit wird das Ziel erreicht, über einen längeren Zeitraum die Pflanze und insbesondere deren Wurzeln gleichmässig zu besiedeln sowie eine stabile Population aufrecht zu erhalten. Trichoderma baut in der natürlichen Umgebung anfänglich grosse Populationen auf, die dann im Laufe der Vegetation, durch ungünstige Umweltverhältnisse, wie z. B. Trockenheit, wieder zusammenschrumpfen können. Siedeln sich zudem mehrere Arten von Mikroorganismen an, verändern sich im Laufe der Zeit die Dominanzverhältnisse. So kann eine anfänglich starke Kultur im Zeitverlauf abschwächen. Aus diesen Gründen ist das mehrfache Einbringen sinnvoll.

Herbstanwendungen von Trichoderma

Eine Anwendung im Herbst wappnet die Pflanze vor etwaigem Schadpilzbefall. Frühzeitig ausgebracht kann sich Trichoderma erfolgreich etablieren. Im Frühjahr oder bei wärmeren Temperaturen im Winter – welche gern mit viel Feuchtigkeit verbunden sind – also ideal für Pilzbefall – kann dann Trichoderma Schadpilze verdrängen, sobald diese ebenfalls geeignete Bedingungen vorfinden.